Und nun war es auch endlich soweit für unsere Bezirksliga. Die Steinchen durften zum ersten Mal nach der Zwangspause bewegt werden. In der Zwischenzeit hat sich einiges getan. Während der Lockdowns hatten sich viele mit Schach beschäftigt und die Mitgliederzahlen stiegen sogar. Vier Spieler aus dem Achter-Team der Bezirksliga schnupperten somit zum ersten Mal Ligaatmosphäre. Bjarne hatte zwar bereits einige Wertungspartien in der Jugend gespielt, im Erwachsenenbereich war es aber seine erste Partie. Für Yannick (bereits ein Pokalspiel), Lars (Kiel Open und ein Pokalspiel) und Tim (bisher keine Wertungspartie) war es ebenfalls der erste Ligaauftritt. Den Debütanten wurden vier "alte" Hasen,  Celina, Bent, Darian und Sebastian, zur Seite gestellt. Die erste Aufgabe der Saison war Flintbek II, die etwas ersatzgeschwächt anreisten.

Alle Doppelbauern kamen hervorragend aus den Startlöchern. Bent hatte es mit einem Königsgambit zu tun und da er bekanntlich die Zerstörung dessen beherrscht gab das frühzeitig Sicherheit für die Mannschaft. Und auch Celina legte los wie die Feuerwehr. Mit vielen sehenswerten Opferangeboten, die der Gegner ablehnte, verbesserte sie ihre Stellung Zug um Zug. Dies führte dazu, dass sie eine Bauernkette von d5, e6 und f7 aufbaute und sie spielte Weiß!! Tim legte in seiner ersten Wertungspartie auch ambitioniert los und opferte eine Figur gegen zwei Bauern und erhielt im Gegenzug zwei starke Freibauern im Zentrum. Allerdings stellte er kurz danach eine Figur ein. An den restlichen Bretter war es ausgeglichen. In der Folge musste Tim einsehen, dass die zwei Figuren zu stark waren. Aber für seine erste Partie war das ein gelungener Auftritt. Bent machte das was zu erwarten war, er zerstörte abermals das Königgambit und glich zum 1:1 aus. Kurz darauf krönte Celina ihre schöne Partie mit einem schönen Finale und dem Sieg. Mit einer 2:1-Führung passierte lange nichts. Sebastian lavierte sich durch seine Partie und gewann einen Bauern. Bjarne spielte mit offenem Visier, nachdem beide lang rochierten preschte Bjarne unerschrocken mit seinen Bauern vor dem König los. Darian, der vom Alter kein alter Hase ist, spielte aber sehr routiniert und verbesserte seine Stellung Stück um Stück. Von der Partieanlage spielte Yannick ebenfalls wie ein alter Hase. In einer positionell geführten Partie wusste er jederzeit die Schwächen des Gegners gekonnt auszunutzen bis schließlich eine Qualität absprang. Und auch Lars spielte sehr abgezockt und nahm sich ordentlich Zeit bei dem Sturm auf den gegnerischen König. Irgendwie ließ sich Darian dann von den lautstark knallenden Zügen und dem Raufhauen auf die Uhr des Gegners beeinflussen und griff zwei-, dreimal daneben. Dies endete dann in einem verlorenen Turm+Springerendspiel, sodass Flintbek zum 2:2 ausglich. Aber auf die Debütanten war Verlass. Lars gewann ebenfalls eine Qualität bei seinem Königsangriff. Mit Sicherheit war auch mehr an Taktik drinnen gewesen, aber für die erste Ligapartie war das ein gelungener Auftritt. Die Qualität reichte zum Sieg. Dem schloss sich Yannick an, der eine schnörkellose und ganz abgeklärte Partie spielte. Ein Mannschaftspunkt war sicher. Die beiden Topbretter, Sebastian und Bjarne, spielten noch. Und mit jeder Minute in Richtung Mitternacht verschlechterten sie ihre Stellung. Nach unzählig ausgelassenen Chancen gewann Sebastian glücklich. Das Glück kehrte auch bei Bjarne zurück, der mit Turm mehr gegen zwei weit vorgerückte Bauern kämpfte. Es entstand der Klassiker, dass der Gegner sich keine Dame holen konnte, da Matt drohte, somit musste sich der Bauer in einen Springer umwandeln und Schach geben. Das Endspiel mit Turm und Springer konnte Bjarne gegen 0:30 Uhr für sich entscheiden und der Mannschaftskampf endete 6:2.

Insgesamt ein starker Saisonauftakt, gerade von unseren Debütanten, die souverän aufspielten. Die Wackler und Unsicherheiten an dem ein oder anderen Brett schieben wir einfach mal auf die Uhrzeit. Am 3.12. geht es dann mit einem Auswärtsspiel in Plön weiter. Die Bezirkslasse wurde verschoben, da Gegner Gettorf keine Mannschaft an die Bretter bringen konnte.