So sollten die neuen DGT-Bretter nicht eingeweiht werden. Auch wenn das Ergebnis, eine 2,5 - 3,5 Niederlage, knapp aussieht, war der Mannschaftskampf an sich beinahe so eindeutig wie das Debakel gegen Harksheide in der vorigen Runde (0,5 - 5,5). Diesmal allerdings gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, sodass die verlorenen Mannschaftspunkte gleich doppelt weh tun. Zumal wir gegen Eppendorf auch noch recht deutlich favorisiert waren. Zu unserem Leidwesen galt aber wie so häufig: DZW allein gewinnt keine Partien.

Nun aber zu ebendiesen Partien: An Brett 1 präsentierte mir mein Gegner eine als Remisvariante bekannte Eröffnung. Da ich mich nicht genau auskannte, geriet ich sogar in eine etwas schlechtere Stellung, doch nach einer Vielzahl von Abtäuschen machte die Partie dem Ruf der Eröffnung alle Ehre. Keyvan wurde ebenfalls in der Eröffnung überrascht, in seinem Fall aber schon in den ersten paar Zügen, was zu einem enormen Zeitverbrauch bei zugleich mäßig überzeugenden Entscheidungen führte. Während sich sein Gegner natürlich aufbaute, erlaubte sich Keyvan eine Ungenauigkeit zu viel, die zu einer schnellen Niederlage führte. An Brett 3 ergab sich ein ähnliches Bild: Auch Jonas' Gegner war besser vorbereitet. Anders als Keyvan und ich spielte Jonas dennoch schnell und ignorierte einfach den etwas anderen Aufbau seines Gegners, was dazu führte, dass er im Vergleich zu wohlbekannten Stellungen ein Tempo einbüßte. Glücklicherweise konnte der Eppendorfer keinen entscheidenden Vorteil erlangen und akzeptierte schließlich in immer noch besserer Stellung ein Remisangebot.

Der einzige Lichtblick war von Beginn an Emils Partie. Hier kam Emil gut aus der Eröffnung während das Spiel seines Gegner durchgängig planlos wirkte. So konnte Emil ruhig seine Stellung immer weiter verstärken und den Schwarzen letztlich so einschnüren, dass in der Schlussstellung neben den positionellen Problemen auch schwerer Materialverlust unvermeidbar wurde. Lukas' Gegner kannte die Eröffnung ebenfalls schlechter, durch das etwas unkonventionelle weiße Spiel kam aber auch Lukas aus dem Konzept. Der so erreichte weiße Vorteil war im Folgenden ausreichend, um auch mit nicht optimalem Spiel ein vollkommen ausgeglichenes Endspiel zu erreichen. Trotz einiger Versuche war nichts mehr zu machen, das Remis besiegelte die Mannschaftsniederlage. Bereits zuvor hatte nämlich Julian aufgeben müssen. Sein Versuch, den DWZ-schwächeren Gegner aus der Eröffnung heraus zu überrennen, wurde souverän abgewehrt und kostete ihn erst einen Bauern, dann eine Figur und damit auch die Partie.

Insgesamt also die vermutlich schlechteste Mannschaftsleistung der bisherigen Saison zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Neben den Spielen gegen die 8.- bzw. 9.-platzierten Auricher und Hagener wären nun auch Punkte aus den beiden Mannschaftskämpfen gegen die aktuell führenden Mannschaften (HSK und Uelzen) herzlich willkommen. Die Gelegenheit dazu bietet sich bereits übernächste Woche, wenn wir die momentan zweitplatzierten Uelzener empfangen. Dann können wir hoffentlich zeigen, dass die letzten beiden Runden nur Ausrutscher waren und an die Leistungen aus den ersten drei Mannschaftskämpfen anknüpfen.