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Die Spreu trennt sich vom Weizen

Kieler Förde mit Ehrendeckmal

Sechs Punkte – das ist die magische Marke für die Normkandidaten. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es beispielsweise sechs Remis und drei Siege. In einem Teilnehmerfeld mit einem ELO-Durchschnitt von 2350 ist das alles andere als eine leichte Aufgabe.

Zur Turnierhalbzeit zeichnet sich bereits ab, wer noch in Schlagweite liegt – und für wen der Traum von der Norm zumindest bei diesem Turnier vorerst geplatzt ist. Nach dem Doppelrundentag mit den Runden vier und fünf lohnt sich ein genauer Blick auf die Tabelle.

            Kieler Förde mit Kieler Leuchturm

 

Auffällig: Acht Spieler konnten bislang genau eine Partie gewinnen, nur zwei kommen auf drei Siege. An der Spitze steht Vitus Medhus – gemeinsam mit Oleg Kornnev (SV Werder Bremen). Am Donnerstagnachmittag trafen die beiden im direkten Duell aufeinander. Wer ihre Eröffnungsrepertoires kennt, rechnete früh mit der Berliner Verteidigung – und genau so kam es. Bereits nach 13 Zügen einigte man sich auf Remis. Zuvor hatten beide jeweils einen halben Punkt gegen Mykola Korchynskyi abgegeben. Nun läuft es auf ein Fernduell hinaus, bei dem Medhus nach Papierform das etwas leichtere Restprogramm vor sich hat.

Überraschungen am Donnerstag

Jasper Holtel - Jeppe Hald Falkesgaard

Der Donnerstag brachte jedoch auch unerwartete Resultate. In der Vormittagsrunde gelang Bjarne Vollbehr nach einem punktlosen Start ein wichtiger Sieg gegen Michael Kopylov. In der Diagrammstellung fand er den gewinnbringenden Zug 19.Se4. Nach 19…Sxg2 20.Dxf7+ Kh8 21.Dxe8+ Txe8 22.Sf7+ entstand eine klar gewonnene Stellung.

Am Nachmittag legte Bjarne nach: Gegen Vojtech Plat erkämpfte er sich in einer von hoher Genauigkeit geprägten Partie ein Remis. Mit nun 1,5 Punkten aus fünf Runden steht der Setzlistenletzte respektabel da.

Auch Jeppe Falkesgaard, bis dahin ohne Punktgewinn, meldete sich zurück. Ein Remis gegen Jasper Holtel am Vormittag und ein überzeugender Sieg am Nachmittag gegen Bahne Fuhrmann brachten ihm ebenfalls 1,5 Punkte ein. Gegen Fuhrmann baute er seinen Vorteil konsequent aus und verwertete ihn schlussendlich souverän.

Rückschlag für Korchynskyi

Mykola Korchynskiy

Hinter den eigenen Erwartungen bliexb hingegen Mykola Korchynskyi zurück. Das Remis am Morgen gegen Medhus war angesichts dessen starker Form durchaus akzeptabel. Die Niederlage am Nachmittag gegen Kopylov jedoch war ein deutlicher Rückschlag. Ob er die angestrebten 3,5 Punkte aus den verbleibenden vier Runden noch erreichen kann, wird sich bereits in Runde sechs zeigen – dort trifft er auf Vojtech Plat. In den folgenden Partien könnte ihm ein ELO-Vorsprung zwischen 60 und 200 Punkten in die Karten spielen.

Klare Sicht – auch sportlich?

Während sich der Nebel der vergangenen Tage lichtet und den Blick auf die Kieler Förde mit Leuchtturm, Laboe und Olympiahafen freigibt, bleibt die sportliche Perspektive noch leicht verschwommen. Ob sich am Abend auch die Konturen im Kampf um den Turniersieg weiter schärfen, wird sich zeigen. 

 



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