Am 4.6. wurde in Stade die Endrunde der Jugendbundesliga eröffnet. Die Ausgangssituation für die erste Jugendmannschaft vom SK Doppelbauer war dabei ein alle Erwartungen sprengender, ungeschlagener erster Platz mit einem Mannschaftspunkt und 4,5 Brettpunkten Vorsprung auf den Lübecker SV sowie zwei Mannschaftspunkten Vorsprung auf den Hamburger SK - der oberste Podestplatz in der höchsten Jugendliga damit aus eigener Kraft erreichbar.

 

In der achten Runde erwartete unsere  Mannschaft in Bestbesetzung den Hagener SV - einen Angstgegner der vorigen Saisons - und in der neunten Runde dann den SK Wildeshausen. Gegen beide Gegner ist unsere Mannschaft leicht favorisiert, doch besonders in den Jugendligen lässt sich das Ergebnis eines Mannschaftskampfes erst dann feststellen, wenn die letzte Partie beendet ist.

So war es auch in der 8. Runde. Das recht friedlich anmutende 3:3 mit 4 remisen spiegelt dabei nämlich keinesfalls den Verlauf des Mannschaftskampfes wieder.

Die erste Partie endete an Brett 5. Julian wurde mit einer ungewöhnlichen Variante des Weressow Angriffs konforntiert und konnte sich schnell einen kleinen Vorteil erarbeiten. Aufgrund einiger Feinheiten und einer soliden Leistung seines Gegners war das Ergebnis des Spiels jedoch schon bald ersichtlich und beide Parteien einigten sich auf remis.

Mats an Brett 1 spielte mit Schwarz eine ambitionierte Variante in der Spanischen Partie, in der er seinen schwarzfeldrigen Läufer fianchettierte. Im frühen Mittelspiel wagte er dann konsequent ein riskantes aber gut aussehendes Bauernopfer auf b5. Sein Gegner spielte in der Folge jedoch sehr stark auf und fand in der sehr komplexen Stellung eine Reihe von präzisen Verteidigungszügen, sodass Mats sich genötigt sah weiteres Material zu opfern, um die Initiative aufrecht zu erhalten. Er musste jedoch bald feststellen, dass er nicht hinreichend Kompensation erhielt, und das Handtuch werfen.

Am 4. Brett wurde kurz darauf der Ausgleich erzielt. Top vorbereitet blitzte Kenneth eine Spezialwaffe gegen Holländisch aufs Brett, Inspiration war hierzu laut Kenneths Aussage eine Variante des IM Kopylov. Entsprechend souverän verwertete er seinen Vorteil in Form eines entfernten, gedeckten Freibauern dann auch.

Die Partie am 2. Brett mündete nach einer wilden Eröffnung im Königsinder, die schon früh ausgetretene Pfade verließ und so die Zeit beider Spieler in Anspruch nahm, in einer heißen Zeitnotschlacht. Alexander hatte dabei nach dem 22. Zug für die restlichen 18 Züge - ohne Inkrement - noch eine Minute und 47 Sekunden. Die recht scharfe Stellung verflachte schnell in ein remises Turmendspiel, das jedoch eigentlich von beiden Spielern eine Menge Präzision erforderte. Analyse mit dem Computer ergab jedoch, dass die Stellung trotz erschwerter Bedingungen immer ausgeglichen blieb, was einer starken Liestung beider Spieler zuzuschreiben ist. Als Alexanders Zeit fiel, wusste keiner der Spieler, ob der 40. Zug schon überschritten war. Das Nachtragen sorgte jedoch für große Erleichterung, als sich herausstellte, dass die Partie bereits im 43. Zug angelangt war. Als im 44. Zug dann beide Spiele nur noch einen Turm auf dem Brett hatten, einigte man sich auf remis. Ein Ergebnis über das die Mannschaft sehr glücklich sein konnte.

Jale geriet gegen seinen jungen Gegner schon früh in Schwierigkeiten, weil er das Rochaderecht verlor. Mit kreativer Verteidigung konnte er bald jedoch schon Ausgleich erkämpfen und sich sogar Gewinnchancen erarbeiten. Am Ende reichte es jedoch auch hier nicht für mehr als den halben Punkt.

Die besten Gewinnchance von allen Remispartien boten sich uns wohl am letzen Brett. Lukas, der bis jetzt mit 7/7 auftrumpfen konnte, erreichte mit seiner typischen Englischvariante schnell eine starke Initiative und konnte eine Qualität für einen Bauern erobern. Aufgrund einiger Ungenauigkeiten und zäher Verteidigung seines Gegner musste Lukas ihm dennoch nach mehr als 4,5 Stunden kneten den halben Punkt eingestehen.

Am Ende also ein durchaus faires 3-3, was zu einer guten Ausgangssituation für die letzte Runde führt. Nach Mannschaftspunkten ist der erste Platz zwischen uns und dem Lübecker SV geteilt. Aufgrund der Brettpunktdifferenz reicht ein 3,5-2,5 Sieg gegen den SK Wildeshausen zum Titelgewinn aber aus. Neben dem Gewinn der Jugendbundesliga steht dabei eine Qualifikation zur DVM U20 auf dem Spiel.