Kaum hatte das Turnier begonnen, war auch schon über die Hälfte der Partien gespielt. Heute ging es bereits in die fünfte von insgesamt sieben Runden. Nach nur einem Mannschaftspunkt am gestrigen Tag sollten heute einige gute Ergebnisse her, damit eventuell noch ein Platz in den ersten fünf möglich wäre. Dementsprechen motiviert ging es in die Partien, mal wieder an den Livebrettern. Zu Beginn ließ sich auch alle gut an: Peters Gegner war von der ihm vorgesetzten Eröffnung sehr überrascht und musste schon bald eigenständig ziehen, während Peter die Stellung noch kannte. Auch wenn Peter etwas ungenau fortsetzte, hatte schwarz es mit seinem in der Mitte steckengebliebenen König nie sehr leicht. Die beginnende Zeitnot tat dann ihr Übriges und Peter konnte entscheidendes Material einsammeln. Julian überspielte unterdessen seinen Gegner im Turmendspiel, übersah dann aber leider eine komplizierte Gewinnmöglichkeit, wonach am unentschiedenen Ausgang der Partie nichts mehr zu ändern war. Also hatten wir schon 1,5 Punkte zusammen, Henry stand in einem Endspiel leicht besser, Keyvan die ganze Zeit leicht schlechter. Dann kippte Henrys Partie plötzlich, nachdem er in einer forcierten Variante einen wichtigen Zug übersehen hatte. Auch Keyvan konnte sein schlechteres Endspiel trotz einiger Tricks nicht mehr halten, sodass der Mannschaftskampf noch etwas unglücklich und denkbar knapp verloren ging.

In der Nachmittagsrunde waren wir relativ deutlich favorisiert. Aus der Eröffnung kamen alle Spieler gut heraus, aber nur Keyvan konnte im Folgenden überzeugend fortsetzen. Er nutzte einen Zeitverlust seines Gegners, um die Stellung vorteilhaft zu öffnen, und musste nach weiteren Ungenauigkeiten des Schwarzspielers nur noch die hängenden Figuren nacheinander einsammeln. Das war leider das Ende der guten Nachrichten: Henry hatte wohl am Übergang ins Mittelspielt einen wichtigen Zug ausgelassen und fand sich schließlich in einem sehr schwierigen Turmendspiel wieder. Julian hatte einen Läufer weniger, dafür zwar einige Bauern, die aber recht sicher blockiert waren. Jonas hatte einfach einen Bauern verloren, für nur sehr geringe Kompensation. Henry verlor sein Turmendspiel dann tatsächlich, doch anschließend half uns das Glück, das am Vormittag gefehlt hatte. Julians Gegner fand keinen Weg, weitere Fortschritte zu machen, und willigte ins Remis ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte Jonas, nachdem er zunächst ein wahrscheinlich haltbares Turmendspiel mit Minusbauer erreicht hatte, mithilfe seines aktiven Königs ganze zwei Bauern gewonnen und stand dementsprechend nun seinerseits mit einem Mehrbauern da. Zunächst spielte er das Endspiel souverän weiter, dann erlaubte er seinem Gegner durch eine kleine Unachtsamkeit jedoch, in das Endspiel Dame + König - Turm + König zu entkommen. Glücklicherweise meisterte Jonas die technische Aufgabe und holte den vollen Punkt zum 2,5:1,5-Sieg.

Vor der letzten Runde stehen wir somit auf unserem Setzlistenrang, nämlich dem siebten Platz. Morgen geht es gegen den Greifswalder SV ein letztes Mal in diesem Turnier um Mannschafts- und Brettpunkte. Die Motivation ist jedenfalls gegeben, mit passenden anderen Ergebnissen ist sogar noch ein kleiner Sprung nach vorne möglich. Morgen Nachmittag wissen wir mehr, aber unabhängig vom morgigen Ergebnis hat die Mannschaft ein gutes Turnier gespielt und einige tolle Leistungen gezeigt, insbesondere natürlich der Zweitrundensieg gegen den Reideburger SV.