Die DJEM 2019 ist beendet. Alle Partien sind ausgespielt, alle Preise und Titel vergeben, alle Essen gegessen, alle Piraten wieder zurück im Alltag. Nach der sehr erfolgreichen LJEM verlief auch die Meisterschaft auf Bundesebene ähnlich gut für die Vertreter des SK Doppelbauer. Nicht nur die qualifizierten Teilnehmer, sondern auch die Kieler in den offenen Turnieren konnten tolle Ergebnisse erzielen, die Rahmenturniere nicht zu vergessen.

Beginnen wir mit den Jüngsten bei den „richtigen“ deutschen Meisterschaften. Levi startete zum ersten Mal in der U10 und war dabei gleich in den Top 10 gesetzt. Dass dieser Platz nicht leicht zu halten sein würde, war vermutlich schon im Voraus klar, zumal Wertungszahlen in diesem Alter häufig nicht sehr aussagekräftig sind. Nach einer Auftaktniederlage fing sich Levi aber mit zwei Siegen zunächst sehr gut, bevor er aus den restlichen Partien einen Sieg, eine Niederlage und sechs Unentschieden holte. Den Titel des Remiskönigs verfehlte er damit nur knapp, aber auch der abschließende 24. Platz ist für eine Premiere kein schlechtes Ergebnis, zumal Levi noch ein Jahr in dieser Altersklasse vor sich hat.

In der U12 waren wir gleich doppelt vertreten. Wie bereits erwähnt war mit Peter auch hier ein Debütant dabei, Jonas weist dagegen trotz seines jungen Alters bereits eine beachtliche Zahl an DJEM-Teilnahmen auf. Jonas kam leider nie richtig zum Laufen, aber 5 Punkte aus den neun Runden sorgten dennoch dafür, dass er seinen Setzlistenplatz nur aufgrund der Zweitwertung verpasste und letztlich 22. wurde. Peter überraschte, als er in den Runden 2-5 vier deutlich stärker eingeschätzte Gegner nacheinander schlagen konnte. Dadurch arbeitete er sich zwischenzeitlich bis an Brett 3 vor und bekam auch in den letzten vier Runden nur deutlich stärkere Gegner, gegen die aber leider nichts Zählbares mehr zustande kam. Das abschließende Ergebnis mit 4/9 und dem 34. Platz ist aber nichtsdestotrotz weit über den Erwartungen.

Keyvan trat dieses Jahr zum ersten Mal in der U14 an. Dabei konnte auch er ein Ergebnis von +1 (ein Sieg mehr als Niederlagen) erreichen. Gegen gleichstarke oder schwächere Gegner holte er souveräne 4,5/5, gegen Gegner jenseits der 2000 gelang ihm dagegen nur ein Remis. Alles in allem übertraf aber auch er die Erwartungen (14. Platz nach Setzlistenplatz 20) und kam der 2000er-Marke ein weiteres Stück näher. Zudem hat er im nächsten Jahr die Chance, erneut in dieser Altersklasse anzutreten.

Ich (Magnus) durfte in diesem Jahr zum ersten Mal in dem geschlossenen Turnier antreten. Nach dem überraschenden Auftaktsieg gegen den Viertgesetzten, seines Zeichens immerhin IM, folgten drei Remis und eine Niederlage, was gegen teilweise erheblich stärkere Gegnerschaft aber ebenfalls über meinen Erwartungen lag. Aus den letzten vier Runden konnte ich dann mit teilweise mehr Glück als Verstand noch 3,5 Punkte holen, was mich noch bis auf den vierten (!) Platz nach vorne brachte. Mit einer Leistung über 2450 und dementsprechend ordentlichen Zugewinnen bei DWZ und Elo sowie 6/9 gegen ausschließlich stärkere Gegner, darunter 7 Titelträger, wird mir dieses Turnier bestimmt in guter Erinnerung bleiben.

In diesem Jahr konnten wir aber nicht nur einen Platz auf der Bühne der Siegerehrung erobern, sondern gleich zwei! Bevor ich dazu komme, ist aber zunächst das offene A-Turnier an der Reihe. Hier hatte sich Lukas, immerhin Nummer 11 der Startrangliste, sicherlich etwas mehr erhofft, musste sich schlussendlich aber mit 5 Punkten und dem 29. Platz zufrieden geben. Tom spielte dagegen ganz groß auf: Fast ausschließlich Gegner mit 2000+, dabei größtenteils überzeugende Partien ohne erkennbaren Spielstärkenachteil und insgesamt 5,5 Punkte. Mit diesem Ergebnis landete er 60 (!) Plätze vor seiner Setzlistenplatzierung auf dem 23. Platz, auch der DWZ-Zugewinn von 110 Punkten und damit eine Wertungszahl nahe der 2000 war überragend.

Im B-Turnier war die Ausgangslage sogar noch besser: Mit Emil und Finn waren zwei Doppelbauern in den Top 10 gesetzt. Nach etwas hin und her, einem direkten Duell an Brett 2 und mit einer Mischung aus Können und Glück landeten tatsächlich beide sehr weit vorne, Emil auf dem 6. und Finn sogar auf dem 5. Platz! Mit einem Sieg von Finn in der letzten Runde hätten wir sogar einen deutschen Meister in unseren Reihen gehabt, aber auch so können die beiden zufrieden sein. Bei diesen Erfolgen im B-Turnier dürfen wir natürlich auch Janne und Mieke nicht vergessen, die einträchtig bei 3,5 Punkten auf den Plätzen 95 und 96 landeten und ihren Setztlistenplatz damit in einem Fall nicht ganz erreichen, im anderen Fall übertreffen konnten.

Auch im C-Turnier waren wir vertreten, Celina zeigte hier deutlich mehr Kompromisslosigkeit als ihr Bruder, sodass sie mit nur einem Remis und 5,5 Punkten auf dem 13. Platz landete, womit sie ihre Erwartungen übertroffen haben dürfte.

Nur der Vollständigkeit halber, auch wenn sein Turnier bereits deutlich früher endete, muss auch Lennik hier Erwähnung finden, der im KiKA-Turnier 5/7 und einen 10. Platz holte.

Durch die Plätze 4 und 5 konnten wir erheblich dazu beitragen, dass Schleswig-Holstein gerade noch in der oberen Hälfte des Medaillenspiegels gelandet ist. Außerdem konnten wir unsere Erfolge in den Rahmenturnieren der LJEM nun auch auf Bundesebene ausweiten. Neben dem Mannschaftsblitzen, über das bereits berichtet wurde, waren wir insbesondere beim Tandem sehr erfolgreich. Durch die nur in einigen Details von unseren Regeln abweichenden Regeln in diesem Jahr begünstigt, konnten die Teams „F4 und der Tag gehört dir“ (Emil und ich) und „Das totale Chaos“ (Finn und Tom) den 1. bzw. 2. Platz erreichen. Auch bei der abschließenden Familienmeisterschaft nahmen mehrere Teams teil.

Insgesamt war es eine überaus erfolgreiche DJEM, auch bei den Rahmenbedingungen gab es wie in den letzten Jahren kaum etwas zu beklagen. Ansonsten bleibt mir nur, mich bei allen, die in der Organisation oder als Trainer der schleswig-holsteinischen Delegation geholfen haben, zu bedanken. Im nächsten Jahr werden hoffentlich wieder einige Doppelbauern zu den deutschen Meisterschaften fahren, doch bis dahin wird noch viel Schach gespielt.

Die Doppelbauern und alle weiteren Teilnehmer aus Schleswig-Holstein können hier gefunden werden, wer Tom in dieser Liste vermisst kann ihn hier finden. Über die angegebene Seite findet man auch Partien, Impressionen und vieles mehr.