In der Landesliga wollten die zweitplatzierten Lübecker ihre am letzten Spieltag eingebüßte Tabellenführung zurückerobern. Das Motto der Begegnung konnte mit ABBA’s Klassiker „The Winner Takes It All“ auf den Punkt gebracht werden. Allerdings reiste Lübeck nicht in ihrer Bestbesetzung an, so dass wir auf dem Papier mit mal zum leichten Favorit wurden. Aber nur auf dem Papier. Insgesamt hatte Lübeck in dieser Besetzung noch deutlich mehr Erfahrung als wir und es traten dennoch vier FM’s den Weg nach Kiel an.

Auf den Brettern kamen alle Doppelbauern super aus ihren Eröffnungen. Lukas fand sind frühzeitig in einer seiner Lieblingsvarianten wieder, so dass es auf seinem Brett schon früh Hoffnungen gab. Nach nicht mal einer Stunde teilte sich Reza den Punkt mit seinem Gegner. Die Stellung erweckte nicht gerade Lust. Somit ein nachvollziehbares und frühes Remis. Bülent mit wenig Zeit, weil er noch Schlaf nachholen musste, war der zweite Finisher. Die Zeit, die er zu spät kam, war aber gut investiert und brachte die 1,5:0,5-Führung für uns. Dann passierte eine Weile lang nichts. Jedenfalls nicht auf dem Spielberichtsbogen. Auf den Brettern passierte hingegen einiges. Alle Doppelbauern standen gut bis besser. Der Sieg lag förmlich in der Luft und musste nur noch eingefahren werden.

Mats zeigte bereits wie gegen Eckernförde, dass ihm ein Mehrbauer zum Sieg reicht. Im Mittelspiel fiel irgendwo ein Bauer ab, welcher als laufender Freibauer ausreichte. Und wenige Sekunden später holte auch Lukas den nach der Eröffnung erhofften Sieg. Hierzu lässt sich auch nicht viel kommentieren. Es gibt Gründe weswegen es eine seiner Lieblingsvarianten ist. 3,5-1,5-Führung!

Die restlichen Bretter sahen ebenfalls aussichtsreich aus. Julian, der am Anfang viel Zeit aufwendete, um in einer Nebenvariante selbst eine Nebenvariante zu spielen, sicherte mit seinem ungefährdeten Remis schon einmal ein mögliches 4:4. Aber mit Blick auf den Brettern wäre ein 4:4 viel zu wenig…

Was war eigentlich mit Sebastian, der die letzten Male immer der Erste war? Erster wurde er dieses Mal nicht, aber die Konstante seines frühen g4 kam wieder aufs Brett. Da diese Konstante bisher immer zum Sieg führte, war das Ergebnis abzusehen und der Mannschaftserfolg war frühzeitig gesichert. Es reichte uns aber immer noch nicht. Alexander Petri verbesserte seine Stellung im Mittelspiel so sehr, dass dem Gegner kaum mehr gute Züge übrig blieben und Alexanders Spiel sich von selbst entfachte. Das Zwischenergebnis lautete 6:1!

Nur noch Alexander Pluska spielte. Trotz Unistress und wenig Zeit für Schach lehnte er zweimal das frühe Remis ab. Zu Recht nach seiner Stellung! Irgendwann wurde sein Spiel aber zu optimistisch. Als gut erzogener Junge schenkte er den DSB-Präsidenten den Ehrensieg für die Lübeck.

Am Ende steht ein beeindruckendes und souveränes 6:2. Und wie anfangs erwähnt; The Winner Takes It All, haben wir die Tabellenführung nicht nur verteidigt, sondern den Titel der Landesligasaison 18/19 so gut wie greifbar. Vor dem letzten Spieltag können wir nur noch von eben diesen Lübeckern gestellt werden und das nur, wenn wir 7:1 (8:0) in Bad Schwartau verlieren und Lübeck zugleich 8:0 (7:1) gegen Neumünster gewinnt. Auch wenn wir noch theoretisch stolpern können, sollte unser Kassenwart Max schon einmal eine außerplanmäßige Ausgabe für eine anständige Fete einplanen.

Chapeau zur heutigen Leistung!!