In der 4. Runde hieß der Gegner Karlsruhe. Auf dem Papier ein klares Ding. Sind wir doch an jedem Brett von der Zahl deutlich besser. Die Überschrift macht aber schon deutlich, dass die ganze Sache gar nicht so klar und einfach war. 

Der Reihenfolge nach: Unsere Spezialisten an Brett 1 und 2 schuben die Verantwortung für den Mannschaftskampf schnell von sich und teilten sich jeweils die Punkte. Getreu dem Motto die vier hinter uns machen das schon. Ein wenig Recht sollten sie behalten. Denn Lukas stand frühzeitig auf Gewinn, so dass die 2:1 Führung ein vorerst sicheres Polster versprach.

Magnus und Julian, beide mit Schwarz, hatten nach etlichen Zügen noch immer die gleichen Stellungen auf dem Brett. Magnus' Gegner gefiel die gleiche Stellung bei Julian auf dem Brett scheinbar und kopierte frech. Moritz wurde ein wenig, aufgrund guter Vorbereitung seiner Gegnerin, kalt erwischt. Zu diesem Zeitpunkt aber insgesamt kein Grund zur Sorge.

Mit zunehmenden Partieverläufen entwickelten sich aber an den noch ausstehenden Brettern die zitierten U10 Schwankungen. An dieser Stelle sollte der U10 Vergleich aber beendet werden, denn unsere Nachwuchskünstler der U10 können auch nichts für dieses Hin und Her der U20. Wer kann denn überhaupt etwas dafür? Laut Julians eigener Aussage kann er auch nichts dafür, dass er dreimal eine Figur in einer Partie eingestellt hat. Wer kann denn etwas dafür?? Und gleich dreimal?? In nur einer Partie?? Im Straßenverkehr wäre er bei solch einer Leistung schon längst seinen Führerschein los. Ich persönlich habe auch noch nie gesehen, dass ein Spieler in Julians Spielstärke eine +5-Stellung vergibt und drei Figuren in einer Partie wegstellt. 

Immerhin konnte Moritz sich einigermaßen von der guten Vorbereitung seiner Gegnerin erholen. Er umschiffte mit etwas Glück den Figurenverlust, welcher durch eine Mattdrohung provoziert hätte werden können und holte wenigstens den dritten Punkt für einen halben Mannschaftserfolg. Mister Zuverlässig, Magnus, zeigte am Schachbrett doch mal Nerven und verlor unglücklich einen Bauern und fand sich in einer schlechten Stellung wieder. Mit ein bisschen Geschick und viel Zittern bei dem Rest der Mannschaft sicherte er aber mit einem Remis souverän den Mannschaftserfolg. Tatsächlich hätte Magnus diese Partie aber auch noch gewinnen können. Dieses Hin und Her. Das macht mich noch wahnsinnig...

Dank der Weisheit Alexanders und Mats' kam es nicht zu noch mehr Verwirrung und wir konnten das Schlachtfeld am Ende mit einem Sieg verlassen. Wie dieser Sieg zustande kam interessiert auch gar nicht mehr. Denn nach einem denkwürdigen Tag liegen wir aussichtsreich auf Platz vier und haben morgen Porz vor der Brust.