Diese Saison hatten wir etwas Pech bei den Paarungen und so mussten wir vor der Auswärtsfahrt nach Delmenhorst am letzten Sonntag in Göttingen antreten. Da der Termin auch noch mit den CITTI-Park-Schachtagen kollidierte und Keyvan für ein Simultan vorgesehen war, mussten wir leider auf unser Brett 4 verzichten. Wir traten also nur mit fünf unserer sechs Stammspieler an, Brett 4 blieb frei.

Nach der etwa dreieinhalbstündigen Anfahrt konnten Julian R., Moritz, Emil und ich unserem ehemaligen Jugendsprecher und dem aktuellen Brett 3 von Göttingen, Tom, noch beim Aufbauen helfen. Julian S. war privat angereist und pünktlich um 11 Uhr starteten wir.

Die zu Beginn interessanteste Partie war Julians, der in einer Nebenvariante des Zweispringerspiels schnell sehr scharfe - und, wie sich nachträglich herausstellte, für ihn vorteilhafte - Varianten hätte erreichen können. Auf meinem Brett dagegen fiel mein Gegner in eine kleine Eröffnungsfalle und musste sich erst von einem Bauern und nach einem missglückten Rettungsversuch auch noch von einer Figur trennen, der Ausgleich nach knapp 2h war nur noch Formsache. Etwa zur gleichen Zeit beendete Julian S., der es offenbar sehr eilig hatte, seine Partie. Einige Chancen auf leichten Vorteil bzw. eine etwas angenehmere Stellung konnte er nicht nutzen, so dass am Ende ein remises Endspiel auf dem Brett stand.

Auf den anderen Brettern war der Kampf noch in vollem Gange. Julian R. hatte einen zweiten Bauern geopfert, dafür aber eine deutlich aktivere Stellung. Emil ließ keinen einzigen Bauern auf der zweiten Reihe, sein Gegner hielt aber mit einem gut getimten Gegenschlag dagegen. Moritz schließlich hatte gegen Toms Isolani eine bequeme Blockadestellung aufgebaut.

Dann ging alles Schlag auf Schlag: Julian R. gewann eine Figur und konnte die aufkommende Initiative sowie die verbundenen Freibauern seines Gegners neutralisieren. Moritz konnte einen Bauern gewinnen und nach einem Fehler im Mattangriff gewinnen, womit der Mannschaftssieg bereits eingetütet war. Emil konnte sich in der Zeitnot seines Gegners einen großen Vorteil erspielen, die Verwertung gestaltete sich jedoch schwierig und so wurde Remis vereinbart. Der Endstand war somit ein verdienter 4:2 Sieg.

Damit konnten wir nach der Niederlage gegen den HSK zurückschlagen und stehen vorerst im Mittelfeld der Liga. Am nächsten Spieltag bekommen wir es mit der starken Lübecker Mannschaft zu tun, aber vielleicht ist ja eine Überraschung möglich.