Schach im Winter ist immer eine riskante Sache. Zum einen können Spieler erkältet sein, zum anderen kann sich die Anreise schwierig gestalten. Als Sebastian fragte, wer alles am 21. Januar spielen könne, schrieb ich ihm, dass ich spiele, wenn die Mannschaft sonst nicht voll ist. Die Mannschaft war nicht voll, so dass ich mich am Samstag (am Freitag fuhren aufgrund des Sturmes keine Züge mehr) mit dem Zug von Wolfsburg nach Raisdorf aufmachte, um dann am Sonntag mal wieder Schach zu spielen. Die Anreise war lang, aber es gab keine Probleme.

Am Sonntag war zum Glück der Spielraum gut geheizt, die einzige Sorge, die wir hatten war, ob die Türen breit genug für einen Rollstuhl sind, da unsere Gäste einen Rollstuhlfahrer dabei hatten. Um kurz nach 10 waren beide Mannschaften, wir hatten Turm Kiel 3 zu Gast, vollständig. Marthe war ziemlich erkältet, aber um die Mannschaft nicht hängen zu lassen, schleppte sie sich trotzdem ans Brett. Es entwickelte sich an ihrem Brett eine wilde Stellung, in der sie einen Bauern gewann und vermutlich auch besser stand. Aber in Anbetracht ihrer sehr angeschlagenen Gesundheit bot sie lieber Remis an, um sich dann schnellstmöglich auszukurieren.

An Brett 2 habe ich die Stellung lange nicht verstanden und als ich sie dann verstand, stand Oliver bereits auf Gewinn und brachte uns in Führung. Am 3. Brett hatte Joachim irgendwie einen Bauern mehr, aber die Stellung sah sehr remislich aus und nach einigen gescheiterten Gewinnversuchen teilten die beiden dann auch den Punkt.

In meiner Sämisch Partie wurde eine mir unangenehme Variante gespielt, die ich wahrscheinlich auch richtig gespielt habe, aber das alles kostete Kraft und irgendwann wusste ich nicht mehr, wie ich meine Figuren optimal hinstellen soll. Auch Norberts Stellung war zu diesem Zeitpunkt nicht sehr gut, so dass wir, um zu gewinnen, noch zwei Gewinne benötigten. Den ersten davon erreichte Keyvan, der in einem Doppelturmendspiel ein paar (ich glaube 2 :)) Bauern mehr hatte und diese Stellung ruhig und sicher zum Sieg führte.

Zwischendurch steuerte David noch ein Remis bei und Norbert verlor. Spielstand also 3,5 : 3,5 und die Stellung von Emil sah remislich aus. Allerdings konnte man die Stellung problemlos weiterspielen und warten, dass sie einer verliert. Und genauso ging Emil vor, er spielte einfach weiter, machte keine Fehler und der Gegner machte den Fehler und verlor. Somit erreichten wir ein hart erkämpftes 4,5 : 3,5 und Platz 4 in der Tabelle. Topscorer in dieser Mannschaft sind Magnus, der dieses Mal in der Landesliga aushelfen musste mit 3,5 aus 4 und Emil mit 3 aus 3.

Unsere Landesliga Mannschaft, die 4 Runden lang immer mit den ersten 8 gespielt hat (Respekt für so eine mannschaftliche Geschlossenheit) spielte an diesem Spieltag das erste Mal mit Ersatz, wobei Magnus so stark ist, dass man ihn kaum als Ersatz bezeichnen kann. Sie spielten im weit entfernten Schwarzenbek und konnten mit 6,5 : 1,5 klar gewinnen und die Tabellenführung mit einem Mannschaftspunkt Vorsprung behaupten. In dieser Mannschaft beeindrucken mich gleich drei Spieler, die 5 aus 5! holen konnten, es sind dies Bülent, Julian und Sebastian!

Der nächste Spieltag ist bereits am 4. Februar, kaum Zeit zum Verschnaufen.

Ulla