Alle Jahre wieder nahmen wir an der Deutschen Vereinsmeisterschaft 2017 in Düsseldorf teil und konnten mit der Stammaufstellung um Alexander, Mats, Lukas, Julian, Magnus, Moritz und Finn erneut den 3.Platz erreichen.

Nach problemloser Hinfahrt, mehr oder weniger leckerem Essen in der Jugendherberge und der ersten Erkundungstour durch die Stadt, wurde die 1.Runde ausgelost, welche uns die TuS Coswig zuteilte. Da allein vier Mannschaften über 2100 im Schnitt hatten, musste hier ein Sieg gegen die nominell schwächeren Sachsen her, um oben angreifen zu können. Trotz schneller 2:0 Führung stand es wenig später 2:2 und mein Gegner versuchte glücklicherweise nicht, seine bessere Stellung weiter auf Sieg zu spielen und bot mir Remis an, weil Finn an 6 klar auf Verlust stand. Da ich nie an unserem Ersatzspielerbetreuer zweifelte, nahm ich natürlich an und als Finns Gegner dann seine Dame wegstellte, konnten wir gerade so 3,5 zu 2,5 gewinnen und das erste Negativerlebnis verhindern.

In der Nachmittagsrunde ging es dann gegen den späteren Deutschen Meister aus Porz, gegen die wir an allen Brettern laut DWZ zweiter Favorit waren. Dem Entgegen gewann Julian seine Partie souverän und auch Moritz konnte seinen Gegner in Zeitnot besiegen. Trotz Gewinnmöglichkeit spielte ich Remis und sorgte für den 2,5 zu 0,5 Zwischenstand, welcher dann zu einem 2,5-2,5 wurde. An 5 verwertete Magnus seinen Mehrbauern im Endspiel sehr abgeklärt und sorgte für die erste Überraschung; nach 2 Runden hatte jeder von uns 1/2 und wir lagen punktgleich auf Platz 1.

In Runde 3 ging es dann gegen Bochum, die knapp hinter uns gesetzt waren. Julian kam leider mit der Eröffnung seines Gegners nicht zu Recht und da Mats seine bessere Stellung nicht verwerten konnte, lagen wir erst einmal 0,5-1,5 zurück. Magnus und ich brachten uns durch zwei Siege wieder in Führung und durch Alexanders nie gefährdetes Remis stand es 3-2. Es spielte nur noch Moritz, der nach der Eröffnung klar auf Sieg stand, dann leider den falschen Plan wählte und letztendlich verdient verlor. Ein gerechtes 3-3 also, was uns in Runde 4 den Tabellenführer aus Baden-Baden in Baden bescherte.

Mats nutze einen falschen Zug seiner Gegnerin (immerhin WIM) schnell aus und stand nach 30 Minuten auf Sieg und wenig später stand es auch 1:0. Auch Magnus gewann währenddessen die Dame und dann die Partie zum 2:0. Alexander, Julian und ich remisierten mehr oder weniger ungefährdet und sicherten damit den Sieg und die alleinige Tabellenführung nach 2 Tagen bzw. 4 Runden.

Am nächsten Tag ging es dann gegen den Gewinner der DVM U20 2016 aus Sasbach. Mats holte ein ungefährdetes Remis und auch Magnus konnte seine Gegnerin souverän besiegen und da Moritz in verlorener Stellung ein Remisangebot bekam, führten wir 2-1. Neben mir musste ich mit ansehen, wie Julian trotz Qualität mehr von seinem Gegner gekonnt zum 2-2 überspielt wurde. Nach 100 Zügen konnte ich meinem Gegner den halben Punkt abnehmen; es lag also an Alexander, der in einer wilden Partie schlussendlich das Remis halten konnte und wir somit erneut 3-3 gegen Sasbach spielten.

Die Auslosung meinte es leider weiterhin nicht gut mit uns und so lautete unser Gegner in Runde 6 Hamburger SK. Alexander und ich verloren chancenlos und verdient gegen unsere stärkeren Gegner und auch Mats musste trotz Remischancen seinem Gegner die Hand reichen. Nicht weiter schlimm, da der Matchplan sowieso auf die hinteren Bretter ausgelegt war, an denen leider weder Moritz noch Magnus ihren DWZ Vorteil ausspielen konnten. Einzig Julian schaffte es, seinen 200 Punkte stärkeren Gegner zu bezwingen, und rettete uns damit immerhin den Ehrenpunkt zum 1,5 zu 4,5.

Nach der deutlichen Niederlage war klar, dass wir den Titel auch in diesem Jahr verfehlen würden; nichtsdestotrotz ließen wir uns den alljährlichen Restaurantbesuch auf Vereinskosten nicht vermiesen und gingen optimistisch in die letzte Runde, in der uns mit dem USV Halle endlich mal wieder ein nominell schwächerer Gegner erwartete. Leider war bei uns wohl ein bisschen die Luft raus, sodass wir an 1-4 in relativ ereignislosen Partien Remis spielten. An 6 gönnten wir unserem Betreuer noch einen zweiten Einsatz, bei dem er trotz interessanter Spielweise in einer konfusen Partie dem gegnerischen Drachen nicht gewachsen war. 2-3 also, und würde Magnus nicht gewinnen wären wir nur 6., was doch einer herben Enttäuschung gleich gekommen wäre. Glücklicherweise schaffte Magnus es erneut, seinen Gegner (vorher 5/6) zu besiegen, und sicherte damit sowohl sich den Brettpreis mit 5,5/7 an Brett 5 als auch uns den Bronzerang.

Alles in allem sind wir mit der Endplatzierung doch sehr zufrieden, auch wenn wir nach 2 Tagen auf Platz 1 waren und uns doch etwas mehr erhofft hatten. Zu der allgemeinen Atmosphäre kann man sagen, dass, obwohl die Jugendherbergszimmer mit einer Steckdose für vier Personen und keinem WLAN auf den Zimmern nur mäßig überzeugen konnten, es aber doch sehr nett war, mal nicht in ein Kaff wie Borken-Gemen oder gar Osnabrück reisen zu müssen, sondern mit Düsseldorf in eine Stadt, welche fast so schön wie unsere Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins ist; auch wenn wir natürlich leider nur einen kleinen Teil kennenlernen durften (ich glaube, es war immerhin der Rhein, den wir zweimal überquerten...). Organisatorisch lief auch alles vorbildlich, was aber bei einem Top-Schiedsrichter wie Tom Behringer, der sich hauptsächlich über leere Gläser und Flaschen an den Brettern beschwerte, nicht weiter verwunderlich ist. Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr noch ein letztes Mal bei einer DVM teilnehmen können, denn es gibt wohl kaum einen schöneren Jahresabschluss.

Turnierergebnisse sind unter folgendem Link zu finden:

 http://www.deutsche-schachjugend.de/2017/dvm-u20/sk-doppelbauer-kiel/

Pure Freude bei der Siegerehrung