Eigentlich schien das Thema Protestfall erledigt zu sein. Eigentlich... Aber aufgrund des großen öffentlichen Interesses und einer Richtigstellung noch ein paar Zeilen aus dem Nähkästchen.

Vorab wird Finn der silberne Doppelbauer, für sein Engagement und der Identifikation mit dem Verein, verliehen. Mittlerweile sind seine Kommentare auf der Seite des Schachverbandes gelöscht. Weshalb auch immer? Jedenfalls brachte Finn noch einmal berechtigte Kritik, gestützt durch sämtliches Regelwerk, gegenüber dem ganzen Verfahren an. Hierbei sollte noch angemerkt werden, dass sich ein 18-Jähriger, der sich eigentlich mit dem Abitur beschäftigen sollte, besser in der Regelkunde des Schachs auskennt als manch ein Entscheidungsträger. Darüber sollte mal nachgedacht werden... und auch darüber, wieso seine Kommentare gelöscht wurden...(das ist als Kommunikation auf der Sachebene zu verstehen, hat also nichts mit Beziehung zu tun ;))

Und wieso ist mehrmals etwas von Verzicht des Nachholkampfes zu lesen?? Das höre sich so an, als ob wir es nicht nötig hätten...?

Zur Sache:
Nach geraumer Zeit wurde der zuerst gefällten Entscheidung zugestimmt. Es sollte ein Nachholspiel an einem neutralen Ort, unter Beaufsichtigung eines Schiedsrichters, mit exakt der gleichen Aufstellung geben. Zusätzlich sollten unserer Spieler mit 45 Minuten weniger Bedenkzeit ans Brett gehen. 45 Minuten entsprechen in dem Fall einen halben Grad Celsius. Dadurch, dass das Verfahren dauerte und andauerte stieg der Zeitdruck, da der Oberligaaufsteiger ja bis zum 10.06. gemeldet werden muss. Mögliche, genannte Spieltermine; das Pfingstwochenende oder das Wochenende am 10./11.6. Eine exzellente Wahl! Als Schachspieler in der Landesliga Schleswig-Holstein verdient man mit dem Schach wohl nicht seinen Lebensunterhalt und daher ist es wohl eher ein Hobby und auch nachrangiger, so dass Pfingsten auch ein ziemlich guter Zeitpunkt für Urlaub wäre. Und regelmäßig zu Pfingsten wird auch nicht nur die Entsendung des Heiligen Geistes gefeiert, sondern in diesem Zeitraum fällt auch die DEM. Wenn man jetzt zwei der noch vorhandenen sieben Spieler durch gebuchten Urlaub und der Teilnahme an einem anderen Turnier verliert, dann ergibt 7-2 = 5. Mit fünf Spielern, die alle einen Zeitnachteil von 45 Minuten hätten, nicht anzutreten ist Verzicht??

Nicht zu unterschlagen sind auch die horrenden Gebühren für einen Protest/Einspruch. Im Nachgang ist es schon traurig, denn mit diesem Geld hätte sich die Mannschaft bei ein paar Bieren auch zum Grillen treffen können. Aber durch die Spende hat die Schachszene noch ein wenig Unterhaltung geboten bekommen bzw. wird noch immer unterhalten.

Oftmals bedarf es wohl eines solchen Präzedenzfalls, um Schwachstellen in einem System ausfindig zu machen. Abgesehen vom Protestfall hätte wir einen Aufstieg mit 2 Niederlagen auch sportlich nicht verdient. Aber wie das ganze Verfahren des Protestes abgelaufen ist motiviert nicht in der Landesliga Schach zu spielen. Dabei sollte es bei einem Hobby doch in erster Linie um Spaß und Freude gehen?