Über die Ausgangslage der Jugendbundesliga hatte ich bereits berichtet. Zwei Siege und der Meistertitel in der JBL wäre sicher! Allerdings leichter gesagt als getan und der Reihe nach...

Am Samstag die große Überraschung. Hagen verspätet sich und zwar so sehr, dass Lübeck 6:0 gewinnt. Im Nachhinein kam heraus, dass Lübeck ihre Beziehungen zum Öl-Kartell ausspielte und den Spritpreis rund um Hagen dermaßen ansteigen ließ, dass die Hagener mit ihrem Tank Hamburg nicht erreichten. Trotz des 4,5 Sieges gegen Delmenhorst hätten wir durch Lübecks kampflosen Sieg am Ende mit leeren Händen dastehen können. Bei Niederlage von uns, Sieg von Lübeck und einen Punkt vom HSK wäre dieses Szenario eingetreten.

Dementsprechend stieg die innerliche Aufregung. Aber nicht bei allen. Bekanntlich müssen die Feste gefeiert werden wie sie fallen. Und so traten wir am Sonntag mit 5,5 Spieler an, da Lukas bei zwei Stunden Schlaf und der 2. Bundesliga im Kopf weniger fokussiert war. Aber auch ein paar Hagener sind in dem Alter, indem der Genuss zunimmt und auch die eine oder andere Sache nun offiziell erlaubt ist. Daher war der Ausgang des finalen Spiels vollkommen offen. So kam es auch dazu, dass Hagen nur zu fünft antritt.

Mats kam hervorragend aus der Eröffnung und beim Anblick seines Gegenübers schien der sichere Punkt nur Formsache bzw. eine Sache der Zeit und der steigende stickigen Raumluft zu sein. Aber anscheinend beeinflussten Mats die Ausdünstungen seines Gegners so enorm, dass er ab dem Mittelspiel seine Stellung mit jedem Zug verschlechterte. Bis zur Hoffnungslosigkeit und dem 1:1 Ausgleich. Auch Julian erwischte gegen einen nicht frisch wirkenden Gegner einen Traumstart. Anstatt den Sack zu zumachen orientierte er sich an Mats Spielstil. An Brett 6 waren die Spieler frisch, jedenfalls sahen sie so aus, dafür brannte förmlich das Brett. Hier sah es lange so aus, als könne Moritz den Druck seines Gegners nicht standhalten. In eigener Zeitnot strich er dann einen Bauer ein und verteidigte sich ausgezeichnet. Nachdem Magnus eine Gewinnchance ausließ verflachte dessen Partie, so dass das Remis in einem 7-Bauern-Endspiel das einzig richtig Resultat sein konnte. Die Qualifikation für die DVM hing am seidenen Faden. Gerade im Hinblick auf Lukas' letzte Stunden vor Partiebeginn. Fit sah Lukas in der Tat nicht aus. Nichtsdestotrotz spielte er an dem Tag das solideste Schach von allen und sein Gegner konnte daher nicht ins wanken. Am Ende ein sehr fragwürdiges und unvorhersehbares Ergebnis. Die scheinbaren Schwachpunkte beider Teams entpuppten sich zur Geheimwaffe.

Mit dem 3:3 war sicher, dass wir Lübeck hinter uns lassen. Vor Rundenbeginn schien klar, dass der HSK das Ding macht. Die Hamburger bekamen zwei Punkte geschenkt und an den restlichen vier Brettern waren sie ebenfalls favorisiert. Diese zentrale Endrunde hatte aber ihre ganz eigenen Regeln. Wildeshausen verkürzte den Spielstand auf 3:2 und am Spitzenbrett schien Julian Kramer vom HSK das drohende 3:3 nicht abwehren zu können. Demnach wäre der HSK raus, Lübeck zweiter und wir erster! Irgendwie schaffte Julian Kramer es dann doch ein Remis zum 3,5 Sieg zu holen.

Die Hochrechnungen begannen.....
15 Mannschaftspunkte goes to Doppelbauer - HSK 15 Mannschaftspunkte - Brettpunkte: 1, 2, ... 35,5 für beide! Und nun? Am 26. Februar gab es die ärgerliche Heimniederlage gegen den HSK. Durch den Sieg im direkten Vergleich geht der Titel "der längeren Nase" nach Hamburg. Herzlichen Glückwunsch!

Die Qualifikation für die Endrunde ist aber sicher und die Strategie steht schon. Als höfflicher Gast haben wir den Pokal in Hamburg gelassen und werden dafür bei der DVM vor ihnen landen ;)